Publikationen
Johanna Gehmacher & Dietlind Hüchtker (Hg.): Frauenbewegungen und Wissensformationen (= Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 36, 2025, 2).
Der Band diskutiert Verflechtungen von politischen Strategien und epistemischen Praktiken am Beispiel von Frauenbewegungen und Feminismen vom Ende des 19. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vorwiegend diachron erzählte Bewegungsgeschichten werden synchron ausdifferenziert und in transnationale Zusammenhänge eingeordnet. Die Beiträge untersuchen Praktiken des Wissenstransfers sowohl transnational als auch zwischen Bewegung und Wissenschaft und nehmen unterschiedliche Peripherien in den Blick, um die Produktion globalen Wissens durch politisches Engagement zu analysieren. Sie ermöglichen damit nicht nur neue Narrative jenseits der diachronen Erzählungen zur Geschichte der Frauenbewegungen, auch die außerordentliche Relevanz dieser Bewegungsgeschichten sowohl für die Wissens- als auch für die Politikgeschichte wird deutlich.
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Friedrich Cain and Elisa Satjukow (eds.): Universities in Times of Crisis and Transformation (= Special Section: Baltic Worlds 2025.1).
From the introduction by guest editors Friedrich Cain and Elisa Satjukow:
"The authors of this special theme present case studies from different universities in the socialist countries of Central, Eastern, and Southeast Europe and their successor states. It aims to critically assess concepts and practices of “university” within the scientific systems of these (post-)socialist countries on the one hand, and the reciprocal effects that have occurred in the exchange with political or economic discourses on the other."
Available at Baltic Worlds (Open Access)
Friedrich Cain and Bernhard Kleeberg (eds.): A New Organon. Science Studies in Interwar Poland, Tübingen: Mohr Siebeck, 2024.
Als Polen 1918 die Unabhängigkeit erlangte, wurde das Wissen darüber, wie Staat und Gesellschaft zu organisieren seien, besonders wichtig. Bis 1939 trafen sich VertreterInnen unterschiedlicher Disziplinen (Soziologie, Philosophie, Pädagogik und der Naturwissenschaften) rund um die Zeitschrift Nauka Polska und die Arbeitsgruppe Wissenschaftswissenschaftlicher Kreis (Koło Naukoznawcze), um die Entwicklung der Wissenschaft und des akademischen Systems zu diskutieren. Unter anderem fragten sie nach dem Wirken wissenschaftlicher Kreativität und Möglichkeiten ihrer Steuerung (Antoni B. Dobrowolski), wie eine sozialpsychologische „Wissenschaft vom Wissen“ auszusehen hätte (Florian Znaniecki) oder wie die Gesellschaft von einer „Wissenschaft der Wissenschaft“ profitieren würde (Maria Ossowska und Stanisław Ossowski). Im Gegensatz zu ähnlichen zeitgenössischen Ansätzen aus dem ostmitteleuropäischen Kontext, etwa denen Ludwik Flecks, sind diese Arbeiten heute meist kaum bekannt. Der Band rekonstruiert die vergessene Geschichte dieser Warschauer Wissenschaftsforschung und präsentiert erstmals zentrale Beiträge in englischer Übersetzung.
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