Habsburg und seine nichterklärte Liebe zu China

Gast: Lukas Nickel (Institut für Kunstgeschichte)  

Wann und Wo? 13. Dezember 2021, 18:30-20:00

Die Gespräche finden unter Einhaltung der 2G+ und Abstandsregeln in der Kolingasse 14-16, Seminarraum 5 statt. Bitte melden Sie sich vorab unter admin.thks@univie.ac.at an und lassen Sie uns wissen, ob Sie vor Ort oder online teilnehmen möchten.

Im Anschluss an die Gespräche ist geplant, gemeinsam in ein Lokal zu gehen. Um den Gesprächen online folgen zu können, melden Sie sich bitte über die Zoom-Registrierung an.

 

Gewebte Seide, feines Porzellan, geschnitzter Speckstein, farbige Lacke und andere chinesische Luxusgüter stießen seit dem Aufkommen von Handelsbeziehungen nach Ostasien auf großes Interesse in Österreich. Viele solche Objekte fanden ihren Weg in Wunderkammern und Sammlungen. Um 1700 jedoch begannen Fürstenhäuser, ganze Empfangsräume und Privatgemächer auf chinesische Art zu dekorieren. Kabinette mit chinesisch inspirierten Tapeten, Wandbespannungen, Malereien und Objekten etablierten sich als Alternative zu Barock- und Rokokoumgebungen und wurden zu einem allgegenwärtigen Element der aristokratischen und kirchlichen Repräsentation. Über 30 solcher chinoisen Räume sind bis heute allein in Österreich erhalten.   Obwohl chinesische Dekorationen weite Verbreitung fanden und über das ganze 18. Jahrhundert eingesetzt wurden, finden sich kaum zeitgenössische Stimmen, die diese außerordentliche Wertschätzung und die Funktionen solcher Kabinette erklären. Im Rahmen des Projekts „China in Austria“ untersucht Lukas Nickel das Phänomen der Chinoiserie in Österreich und stellt es in einen europäischen Kontext.  

 

© Lukas Nickel