Dr.in phil. Stephanie Weismann

Zur Person

Stephanie Weismann arbeitet an einer Geruchsgeschichte des 20. Jahrhunderts in Polen, am Beispiel der Stadt Lublin (The Smellscapes of Lublin. An Olfactory Urban History of the 20th Century in Poland, FWF). Anhand von vier mikroräumlichen Studien – vom städtischen Innenhof der Zwischenkriegszeit bis zum Badezimmer der Trans­formations­zeit – erforscht sie urbane Geruchsland­­schaften und olfaktorische Empfindlichkeiten im Wandel sowie sensorisch generiertes (Raum-)Wissen als Teil einer Kultur- und Sozialgeschichte Ostmitteleuropas.

Derzeit forscht sie als NAWA-Polonista-Stipendiatin an der Abteilung für Kulturgeschichte der Universität Warschau (Instytut Kultury Polskiej) und wird ihre Geruchsforschung ab 2023 im Rahmen des Citizen-Science-Projekts "Wien der Nase nach. Olfaktorische und emotionale Grätzl­erkundungen" (Wissenschaftscall der Stadt Wien "Das Wissen der Vielen" ) am Fakultätszentrum fortführen.

Ihre Forschungsinteressen umfassen sensory history, (urbane) Sinneslandschaften (insbesondere Gerüche und Haptik), Alltagsgeschichte, history of experience, Geschichte der Emotionen, Populärkultur im (Post-) Sozialismus, sowie die Geschichte Ostmittel-, Südost- und Osteuropas im 19. und 20.Jahrhundert generell. Sie ist Mitglied von PastScent, einem Forschungsnetzwerk des Horizon2020-Projekts Odeuropa.

Stephanie Weismann studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Russistik an den Universitäten Wien und St.Petersburg/Russland, arbeitete als Lektorin für deutschsprachige Literatur und österreichische Geschichte an der Universität Sarajevo/Bosnien-Herzegowina, und promovierte anschließend im Rahmen des Doktoratskollegs Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe an der Universität Wien

 

Kontakt

U:find

 

 

Ausgewählte Publikationen

Monographie

 „Das Potenzial der Peripherie. Leopold von Sacher-Masoch (1836 – 1895) und Galizien” (Wiener Galizien-Studien 2, Vienna University Press, V&R, 2017).

Aufsätze

AHR Conversation on Smell, Heritage, and History, (hrsg. William Tullett, Inger Leeman), American Historical Review (erscheint im März 2022).

Weismann, S. Between Soir de Paris and Red Moscow: The Olfactory Frontlines in Polish Perfumery. In: Cold War and the Senses (hrsg. Bodo Mrozek) Perspectives on Sensory History Series/Penn State University Press 2022 (erscheint demnächst).

Weismann, S. (2021). Scents and Sensibilities: Interwar Lublin's Courtyards. Contemporary European History 30, no.33 (Apr 2021): 335–350. 

Weismann, S. (2021). Odorogenne zwierzęta w międzywojennym Lublinie [Odoriferous Animals in Interwar Lublin]. Almanach Antropologiczny. Communicare. Tom 8. Miasta/Zwierzęta [Animals and the City] (hrsg.Anna Jaroszuk, Igor Piotrowski, Karolina Wróbel-Bardzik): 102–111.

Weismann, S. (2020). Es liegt was in der Luft. Geruchslandschaften der Volksrepublik Polen im Wandel. L’homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft, 30(2), 73–94; special issue: Verstörte Sinne (hrsg. Ulrike Krampl, Regina Schulte): 73–93.